Mini GmbH
Bisher war es in Deutschland für Kleinunternehmer nicht einfach, eine GmbH zu gründen. Vor allem die hohe Kapitaleinlage von 25.000 Euro konnte nicht immer aufgetrieben werden. Dieses Stammkapital ist für eine GmbH Gründung notwendig. Mit dieser Summe sollen eventuelle Schulden und sonstige Außenstände abgesichert werden. Der große Vorteil der GmbH als Gesellschaftsform besteht in dem Fakt, dass die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden können. Die GmbH fungiert selber als Rechtsperson und nur das Vermögen der Gesellschaft kann herangezogen werden, wenn es zu finanziellen Engpässen kommt. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben die Gesellschafter unangetastet. Das ist natürlich ein gewaltiger Vorteil gegenüber anderen Personengesellschaften. Hier muss der Unternehmer auch privat haften. Ein gescheitertes Geschäftsmodell bedeutet also auch ein privates Scheitern.
Da es in Deutschland nicht möglich war, eine Gesellschaft mit wenig oder gar ohne Einlage zu gründen, griffen immer mehr Geschäftstreibende auf die englische Limited zurück. Doch das sollte mit einer Neugestaltung der GmbH als Gesellschaftsform beendet werden. Mit den neuen Regelungen wurde die GmbH-Gründung deutlich erleichtert. Auch das benötigte Stammkapital wurde verringert. Mit der Einführung der so genannten Mini GmbH ist es sogar möglich, mit einer Einlage von nur einem Euro eine Gesellschaft zu gründen.
Die Anmeldung der Mini GmbH erfolgt unproblematisch mit einem Formblatt, das gesetzlich festgeschrieben ist. Die Kosten belaufen sich bei einer Ein-Mann Firma auf lediglich 20 Euro. Der Eintrag ins Handelsregister schlägt dazu noch mit 100 Euro zu Buche. Andere verwaltungstechnische Voraussetzungen sind nicht zu erbringen. So muss man zum Beispiel keine Gaststättenerlaubnis vorlegen, um eine GmbH in dem Bereich zu gründen.
In der Praxis muss diese Gesellschaftsform allerdings extra ausgezeichnet werden. Nach dem Firmenname muss das Kürzel UG stehen. Das steht für Unternehmergesellschaft und weißt darauf hin, dass es sich eben nur um eine Mini GmbH handelt. Auch wenn es bei dieser Form möglich ist, ohne Kapitaleinlage eine Gesellschaft zu gründen, bei der die Gesellschafter nicht persönlich haften, gibt es dennoch Nachteile. So wird ein Anteil von 25 Prozent an den Einnahmen der Firma auf ein extra Konto angesammelt. Hier wird solange eingezahlt, bis die Kapitaleinlage von 25.000 Euro erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt kann das eingenommene Geld vollständig ausgeschüttet werden. Jetzt ist es auch möglich, die Firma in eine reine GmbH umzuwandeln. Das ist jedoch nicht unbedingt nötig. Es ist allerdings schon jetzt absehbar, dass Banken eher einer richtigen GmbH trauen und Geld leihen, als einer Mini GmbH. Zu groß ist die Gefahr, dass die Kredite nicht zurückgezahlt werden können.